Gedanken

Mit einem Mal verstand ich die eigentliche Bedeutung des Wortes "unangenehm".
Ich saß in einem Raum voller Menschen und wartete darauf, dass ihr Anführer das Wort an mich richtete. Dies würde in einigen Sekunden geschehen.
Das kleine unbedeutende Wort "unangenehm" formte sich beim Warten in meinem Geist und mir fiel das erste Mal auf, wie wenig Beachtung ich ihm bisher geschenkt hatte - ungerechtfertigterweise.
Viele kleine unangenehme Dinge konnten einen Menschen zerbrechen:
Allein in einem dunklen Zimmer mit Monstern unter dem Bett,
schadenfrohes boshaftes Gelächter von den einzigen Menschen, die einem Schutz gewähren konnten,
eingesperrt in einem viel zu kleinen Raum,
schrille kreischende Stimmen an der Grenze des Hörbaren,
dieselben Stimmen, die flüsternd böse Taten fordern.
Starre Blicke von Fremden, voller Hass und Unverständnis,
das leere Gefühl ... nach einem Mord.

© 1997 by Andreas Melhorn

Nachbemerkung

Das Foto entstand in Braunschweig, die Geschichte durch Zufall.

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