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Rezensionen
The Yellow Sign and Other Stories
Ein Buch aus der Reihe Cthulhu Fiction.
Die neue Sammlung cthulhoider Geschichten von Chaosium, war eigentlich schon lange überfällig. Die zehn Geschichten um den König in Gelb, die 1895 erschienen, gelten unter Fans der unheimlichen Phantastik als Geheimtipp, waren aber bisher fast nicht zu bekommen. Fragen in der heimatlichen Buchhandlung ergaben normalerweise nur leere Blicke und den Hinweis, dass es keinen Robert W. Chambers gäbe. "Meinen Sie vielleicht Robert Chandler?" Mit dem vorliegenden Buch hat die Firma Chaosium eine Sammlung aller fantastischen Kurzgeschichten herausgebracht, die Chambers je geschrieben hat (der Roman Slayer of Souls ist nicht enthalten). Mit seinen 34 Geschichten auf über 640 Seiten ist das Buch ein ganz schöner Wälzer geworden. Viel Lesestoff also, doch leider richtet sich die Anthologie wohl eher an Sammler und Fans und weniger an die breite Masse der Cthulhu-Spieler und Horror-Konsumenten.
Das Vorwort von S. T. Joshi, dem Verfasser einer hochgelobten Lovecraft-Biographie, fasst ziemlich gut zusammen, was den Leser erwartet. Robert Chambers hat nach dem Erfolg von "Der König in Gelb" begonnen für die breite Masse zu schreiben. Er hatte ein natürliches Erzähltalent, nutzt es aber leider nur bei den wenigsten seiner Veröffentlichungen völlig aus; so zumindest schreibt Joshi (der Rezensent möchte sich nicht anmaßen über das Talent von Chambers zu urteilen). Je jünger seine Geschichten werden, desto fader werden sie. Insgesamt bekommt der Käufer Ausschnitte aus fünf verschiedenen Veröffentlichungen von Chambers und zwei Nachdrucke kompletter Werke.
Den ersten Teil des Buches bilden die sechs übernatürlichen Geschichten des Königs in Gelb. Es ist nicht verwunderlich, dass sie als Klassiker des Genres gelten, an Unheimlichkeit und Sprache stehen sie Lovecraft in nichts nach; nicht umsonst hat sich der "Altmeister des Horror" von ihnen inspirieren lassen. Die letzten vier der insgesamt zehn Geschichten des gelben Königs wurden leider nicht mit hinzugefügt, weil ihnen das übernatürliche Element fehlt.
Zwischen den restlichen Seiten des Buches findet man Detektivgeschichten mit einem Augenzwinkern, Erzählungen von Forschungsreisenden (die normalerweise in der Begegnung mit etwas Unheimlichem gipfeln), Geistergeschichten und Liebesgeschichten mit tödlichem Ende. Das Element der Abenteuergeschichte kehrt immer wieder, normalerweise in Form von schlauen und tapferen Männern und schönen Frauen. Meist ist dieses Element in einen interessanten, stimmungsvollen Rahmen verpackt und das eine oder andere Mal kann der Autor mit einer Pointen oder Wesen aufwarten, welche Lovecraft ohne weiteres würdig wären. Doch manchmal fehlt dieser Rahmen, und was übrigbleibt ist ein lahmes, langweiliges und hirnloses Geschichtchen, was ohne den Namen Chambers' keine zwei Jahre in Erinnerung geblieben wäre.
Insgesamt ist es nicht leicht zu beantworten, ob man das Buch empfehlen kann oder nicht. Dem Rezensenten hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ihm an einigen Stellen die Lust verging und er sich zwingen musste die nächste Geschichte zu beginnen. Einige der Geschichten sind wirkliche Klassiker und sollten es alleine wert sein, das Buch zu kaufen, doch leider schreckt der unglaubliche Preis von ca. 50 DM ($19.95) doch etwas ab. Sammler und interessierte Fans unheimlicher Phantastik werden um das Buch allerdings kaum herumkommen.
Fazit: The Yellow Sign and Other Stories ist ein gutes Buch mit einem leider sehr hohen Preis. Einige Seiten des Buches werden dem Leser lange in Erinnerung bleiben.