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Rezensionen

The Terror

[ The Terror von Arthur Machen, Chaosium, Sprache: Englisch, Softcover, 322 Seiten, $15,95 ]

Chaosium wollte die besten fantastischen Geschichten des walisischen Ausnahme-Autors Arthur Machen eigentlich in zwei Büchern veröffentlichen. Nun ist sehr zur Freude aller Fans klassischer unheimlicher Geschichten mit The Terror der dritte Teil erschienen. Das wie immer ausgezeichnete Vorwort von S.T. Joshi verrät uns noch vor Lesebeginn, dass diesmal nicht alle Geschichten fantastischer Natur sind, aber stören sollte das nicht, denn unheimlich sind die Geschichten immer noch, und ob es nun um einen Mörder mit schlechtem Gewissen geht wie in „The Cosy Room“ oder um übernatürliche Phänomene wie in „The Terror“ ist dabei im Endeffekt egal.

Die titelgebende Geschichte ist ein kurzer Roman, der als angeblicher Tatsachenbericht angelegt und generell in relativ nüchternem Ton gehalten ist. Die Ereignisse erscheinen deshalb aber nicht weniger rätselhaft. Der Roman liest sich flüssig, auch wenn die Spannungsbögen nicht sehr ausgeprägt sind. Die Auflösung ist aber – wie so oft für den modernen Leser alter Geschichten – wenig überraschend – was aber nicht daran liegt, dass sie damals schon alt gewesen wäre, sondern vielmehr daran, dass sie bis heute so oft kopiert wurde, dass sie uns wie ein alter Hut erscheint. Auch wenn S.T. Joshi, dies wohl wissend, die Pointe im Vorwort verrät, soll dies an dieser Stelle nicht geschehen.

„The Terror“ ist das älteste Werk des Buches. Die anderen Geschichten entstammen Machens Spätwerk. Es sind alles kürzere Geschichten, die wie immer hauptsächlich durch Machens Sprache und seine Begabung, eine unheimliche Stimmung in scheinbar jeder Umgebung erzeugen zu können, leben. „Munitions of War“ ist beispielsweise eine sehr kurze Geschichte, die eigentlich nicht viel mehr als eine Situationsbeschreibung ist. Ein Reisender besucht einen kleinen Ort außerhalb von London und sieht nachts Gespenster. Die Sichtung der Geister ist sehr nüchtern und nur kurz beschrieben, es ist vielmehr der Ort selbst, der dem Leser im Gedächtnis bleibt.

„Johnny Double“, um eine weitere Geschichte als Beispiel herauszugreifen, geht um das Leben eines langweiligen Mannes. Sein Leben ist wirklich eigentlich kaum erwähnenswert, doch immer wieder wird jemand, der so aussieht wie er, an Stellen gesichtet, an denen Johnny nicht gewesen sein kann, was in einem Zusammenbruch gipfelt als er bereits Richter ist und von einem Mann erkannt wird, der als mutmaßlicher Mörder vor Gericht steht. Was der Doppelgänger gewesen sein mag – vielleicht eine astrale Projektion oder etwas viel Bizarreres – erklärt uns Machen nicht, doch auch das gehört zu seinem Stil.

The Terror sei jedem Gruselfan ans Herz gelegt. Immer subtil und mit leiser aber kraftvoller Sprachgewalt, bietet das Buch unheimlichen Lesegenuss für jeden Fan der etwas „angestaubten“ Horrorliteratur. Der dritte Teil der Sammlung enthält zwar keine solchen Klassiker wie „The White People“ oder „The Bowmen“, steht den beiden ersten Teilen aber trotzdem an Qualität kaum nach. Viereinhalb von fünf Sternen.