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Cthulhu abseits
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Rezensionen

Song of Cthulhu
Tales of the Spheres Beyond Sound

Bei der aktuellen Geschichtensammlung der Call of Cthulhu Fiction handelt es sich mal wieder um eine thematische Zusammenstellung. Nachdem die letzten Veröffentlichungen sich oft um das Werk eines einzelnen Autors gedreht haben, kehrt Chaosium mit Song of Cthulhu wieder zu dieser Art Geschichtenbänden zurück.

Der Name nennt das Thema: die Geschichten des Buches haben mit Musik und Geräuschen zu tun, die irgendwie im Zentrum des Horrors stehen.

Lovecrafts Beitrag zu diesem Thema bildet auch dementsprechend die Einleitung des Buches. "The Music of Erich Zann" erzählt von einem Mann, der in einem Haus mit einem alten seltsamen Kauz lebt, welcher es fantastisch versteht, mit der Geige umzugehen. Die sphärische Musik des alten Mannes zieht den Protagonisten in dessen Wohnung.

Der Anfang des Inhaltsverzeichnisses liest sich ein wenig wie ein (zugegeben kleiner) Teil eines "Who is Who" der Gruselszene. Von Thomas Ligotti gibt es einen Aufsatz über das Grauen. Fred Chappell ist dem Leser vielleicht durch seinen Roman Dagon bekannt, der beim Festa Verlag veröffentlicht wurde. Von ihm finden wir in der Sammlung eine kurze Story über einen Musiker der Automaten sammelt, die Instrumente spielen. Die Geschichte ist vielleicht keine Meisterleistung, berührt den Leser aber auf eigenartige Weise. Ramsey Campbell darf natürlich mit einer weiteren Geschichte aus seiner legendären Sammlung The Inhabitant of the Lake and Less Welcome Tenants auch nicht fehlen. Tom Piccirilli ist auch aus dem Festa Verlag mit seinem Roman Söhne des Bösen bekannt und erzählt uns hier von einer Symphonie, die die Welt vernichten soll.

Auch andere Namen sind bekannt, Robert Price, Robert Weinberg, Caitlin Kiernan, alles Autoren, die im Feld der Unheimlichen Phantastik zu Hause sind.

Die Geschichten des Buches sind kurz. Zwanzig Stück auf etwas über 200 Seiten. Kurze Geschichten haben selten eine große Handlung, aber sind dafür um so besser geeignet, Stimmungen zu erzeugen, sich völlig auf diese zu konzentrieren. Musik und Geräusche berühren uns auf einer sehr emotionalen Ebene, und genau das tun die Geschichten dieses Buches auch. Sie versuchen uns in eine Gefühlswelt zu ziehen, so wie es nur eine Gruselgeschichte oder eben Musik vermag. Man wird vielleicht das eine oder andere Mal vergeblich auf eine herausragende Pointe warten oder vielleicht sogar etwas suchen müssen, um einen Handlungsstrang zu erkennen, aber unberührt lassen einen die Geschichten in den seltensten Fällen. Wer Stephen King E. A. Poe vorzieht, der wird vielleicht keine ungetrübte Freude an dem Buch haben, aber wem es andersherum ergeht, dem sei das Buch sehr empfohlen. Vier von fünf Sternen.