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Cthulhu abseits
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Rezensionen

The 1920s Investigator's Companion

Ein "Spielerhandbuch" für Call of Cthulhu-Spieler

Das Buch ist nicht neu. Schon vor einigen Jahren erschienen zwei Bücher des gleichen Titels (Teil 1 und 2), die jetzt in neuer Auflage zusammen wieder veröffentlicht wurden. The Investigator's Companion dreht sich, wie der Name schon sagt, ganz um die Forscher des Grauens, die versuchen, die außerirdischen Schrecken des Mythos zurückzuschlagen - die Spielercharaktere also.

Das Cover des Buches ist stimmungsvoll und stellt eine Situation dar, die über kurz oder lang jeder Spieler einmal erleben wird: Drei Forscher betregen einen unheimlichen und übergroßen Bau mit seltsamen Zeichen an der Wand und einen Totenkopf im Vordergrund. Der Rest des Buches ist nicht übermäßig stark bebildert. Jedes größere Kapitel wird von einer ganzseitigen Zeichnung eingeleitet und bei der Aufzählung der neuen Berufe sind einige Personen abgebildet, die einen davon ausüben. Ansonsten findet man im Buch verstreut Katalogbilder oder Werbeanzeigen von Schusswaffen, Fahrrädern und Fotoapparaten, oft sogar mit Werbetext und Preisen.

Das erste Kapitel gibt einen groben Überblick über die "Roaring Twenties". Politische Gegebenheiten, die dieses Jahrzehnt beeinflussten werden genauso genannt wie Mode, beliebte Freizeitbeschäftigungen oder Kinofilme. Auf Grund der Kürze des Kapitels ist der Überblick natürlich recht knapp, ist aber als Einführung sehr gut geeignet. Es wäre allerdings schön gewesen, wenn die Autoren des Buches auf dieses Thema später zurückgekommen wären, alles weitere Wissen über die 20er außerhalb von Ausrüstung und Fertigkeiten, wird leider verschwiegen.

"Becoming An Investigator" - das nächste ca. 50 Seiten lange Kapitel - kann mit zwei Worten zusammengefasst werden: Berufe und Fertigkeiten. Die große Anzahl an Berufen, nicht nur als Spielercharaktere sondern natürlich auch als Inspiration für Nichtspielercharaktere geeignet, ist aufgeteilt in Gruppen wie Mediziner oder Politiker. Die Beschreibung enthält jeweils die Berufsfertigkeiten, den Verdienst und mögliche Kontakte. Aufgelockert wird die etwas trockene Liste durch berühmte Mitglieder einiger der Berufe, wie Al Capone oder Henry Ford. Im nächsten Unterkapitel werden die Fertigkeiten in Bezug auf die 20er Jahre neu beleuchtet.

In "Tools of the Trade" gibt es Ausrüstung in Mengen, einschließlich Waffen und Fahrzeugen, und einige Worte zu Nachforschungen in Bibliotheken, Zeitungen und Archiven. Die Ausrüstung ist gut beschrieben und die Listen von Zeitungen und Bibliotheken ist lang, eigentlich sollte sich alles Wichtige hier finden, das die Spieler im Laufe ihres meist relativ kurzen Lebens brauchen könnten. In verschiedenen Kästen stehen noch Angaben über Feuerwaffengesetze, und natürlich darf auch eine tabellarische Auflistung der Waffen mit Zahlenwerten nicht fehlen.

Die letzen paar Seiten - abgesehen vom Index und dem obligatorischen Charakterblatt - stehen unter der Überschrift "Words of Wisdom" und wenden sich an professionelle Detektive. Wie man eine Lizenz bekommt, Tipps von einem Profi und die forensische Medizin sind angesprochene Themen. Dieses Kapitel ist zwar sehr kurz, aber sicherlich interessant.

Nicht umsonst waren die ursprünglichen Begleiter des Forschers ziemlich schnell vergriffen, enthalten die Bücher doch so manche wichtige Information, die dem Grundregelwerk fehlen. Der Neudruck ist hier in Deutschland fast gleichzeitig mit dem Buch Amerika - In Städten und Wäldern von Pegasus erschienen , dass die entsprechende deutschsprachige Produktion darstellt, und deshalb wird sich der Investigator's Companion mit diesem vergleichen lassen müssen. Das deutsche Cthulhu-Team hat fast alle Informationen des amerikanischen Vorbildes genommen, diese erweitert und noch diverse Details über Lebensweise und Kultur der Amerikaner der "lauten Zwanziger" hinzugefügt. Amerika ist also wesentlich ausführlicher, kostet aber nicht mehr. Zugegeben, es ist natürlich wesentlich einfacher, ein bereits erfolgreiches Buch zu nehmen und dieses zu erweitern, als es von Grund auf neu schreiben zu müssen, aber warum sollte ein übersetztes Produkt nicht auch endlich einmal besser sein als das Original und nicht nur unter einer schlechten Übersetzung leiden, wie so viele andere Bücher auf dem Markt.

Fazit: Der Investigator's Companion ist zweifellos ein gutes Buch, kann aber einem Vergleich mit dem deutschen Amerika-Quellenband nicht stand halten. Da sich die zwei Bücher preislich nicht wesentlich unterscheiden, sollte man auf jeden Fall zum deutschen "Nachahmeprodukt" greifen, dass die englischen Informationen wesentlich erweitert und auch noch hübscher aussieht.