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Rezensionen

Im Tiefenrausch – Schiffe und Piraten

Im Tiefenrausch ist ein Sammelsurium von unterschiedlichen Artikeln, Regeln und Listen rund um das Thema Schiffe und Piraten.

Das Buch beginnt nach einer kurzen Zeitleiste der jüngsten Ereignisse im RDL (übrigens ursprünglich auf der Homepage des Spiels zu finden) mit den Schiffen. Ein ausführliches Schiffsbausystem nimmt die ersten 19 Seiten des Bandes ein. Das System ist recht einfach: Man wählt einen Schiffsarchetypen, entnimmt diesem einige Grundwerte und modifiziert diese dann nach Belieben. Als Währung verwendet das System so genannte Designpunkte, die angeben, wie stark ein Archetyp ausgebaut werden kann (je größer das Schiff, desto mehr Designpunkte). Die Modifikationen werden aus einer Liste herausgesucht. Anschließend wird das Schiff mit Ausrüstung und anderen Kleinigkeiten versehen.

Wer solche Systeme mag und gern mit ihnen herumspielt, kommt voll auf seine Kosten. Andere Leute (so wie ich) können zumindest die Listen mit Ausrüstung und Modifikationen nutzen, um Ideen für eigene Schiffe zu entwickeln.

Das Kampfsystem – der nächste Abschnitt – erweitert die im Grundregelwerk vorgestellten Schiffskampfregeln. Das Kapitel ist eine Sammlung von Zusatzregeln und neuen Waffen. Kampfmanöver, neue Torpedos, Ortungsregeln und Regeln für Trefferzonen werden hier unter anderem besprochen. Als Ergänzung zum Grundregelwerk ist der Abschnitt nicht schlecht. Er liefert für Regelfreunde unschätzbare Hinweise und für Freunde des freieren Spiels zumindest Anregungen, wie man einen Schiffskampf gestalten kann. Die Waffen und Torpedomodifikationen sind sicher für beide Gruppen interessant.

Das darauf folgende Kapitel (eine Doppelseite) gibt sehr grobe Informationen über das Militär des RDL („Rat der Länder“ – näher in meiner Rezension zum Grundregelwerk besprochen). Für jedes Land des RDL wird kurz und knapp vorgestellt, wie dessen Militärstruktur aussieht und wie die verschiedenen Ränge heißen: nicht spannend und deshalb kurz gehalten, aber im Spiel durchaus wichtig.

Die nächsten 4 Seiten beschäftigen sich mit dem geheimen Piratenhafen Portafera. Die Informationen über die kleine Kuppel sind kurz und knapp, sagen aber alles Wichtige, um Portafera ohne große Arbeit in die laufende Kampagne einbauen zu können. Eine gute Ergänzung zum Scherbennest (s. u.). Darauf folgen drei Seiten mit neuer Ausrüstung (alles Dinge, die gut unter Wasser eingesetzt werden können).

Nachdem mit Portafera ein kurzer Abstecher in Richtung Piraten gemacht wurde, geht es thematisch zurück zu Schiffen: 32 neuen Unterseebooten ist jeweils eine farbige Seite mit Abbildung, Beschreibung und Daten gewidmet. Zusammen mit dem Regelbuch steht dem Spielleiter damit nun eine beachtliche Anzahl von Schiffen zur Verfügung, so dass er nicht so schnell auf das Schiffbausystem angewiesen sein wird. Optisch sind diese Seiten jedenfalls das Herzstück des Buches.

Das nächste große Kapitel beschreibt eine weitere Heimstatt von Piraten: Scherbennest ist eine recht große, versteckt liegende Kuppel, deren Einwohner hauptsächlich von der Piraterie leben. Die Beschreibung ist stimmungsvoll und ausführlich. Wenn es die Charaktere hierher verschlägt, dann steht vielen Abenteuern zwischen Halunken und Haudegen nichts mehr im Wege. Dennoch wurden die Besonderheiten von Lodland nicht vergessen. Ein schönes Kapitel – für mich jedenfalls das Highlight das Bandes.

Die letzten Seiten widmen sich möglichen Abenteuern. Ein neuer Archetyp – die Freibeuterin – wird beschrieben, ein kurzes und interessantes Kapitel gibt Tipps, wie man Piraten- oder Militärkampagnen spielen kann und ein kleines, eher blutarmes Abenteuer zeigt, wie man die Spieler nach Scherbennest bringen könnte.

Mit 116 Seiten ist das Buch relativ dünn, der Inhalt aber dicht genug, dass das nicht weiter stört. Das Cover ist im Gegensatz zum Grundregelwerk stabil und cellophaniert, womit der Verlag wahrscheinlich Leserwünschen entgegengekommen ist. Das Titelbild ist eine Computergrafik, aber besonders durch den einfassenden Rahmen ist das Cover meiner Meinung nach gelungen. Das Innenlayout gestaltet sich ähnlich dem Grundregelwerk, nur der Rahmen der Seiten ist weniger aufdringlich.

Fazit: Im Tiefenrausch hat es nicht geschafft hat, meine Meinung von Lodland entscheidend zu ändern (siehe Rezension „Lodland“). Dennoch ist das Buch eine schöne Ergänzung zum Grundregelwerk – schon allein wegen der vielen Schiffe. Im Tiefenrausch hält wirklich Einiges für den Leser bereit; man sollte sich da von der relativ geringen Seitenzahl nicht täuschen lassen.

[ Im Tiefenrausch, Image 3033, Sprache: Deutsch, Softcover, 116 Seiten, € 22,80 ]