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Cthulhu abseits
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Rezension

The Three Imposters and Other Stories

Vol. 1 of the The Best Weird Fiction of Arthur Machen

Chaosium stellt mit der Cthulhu Fiction immer wieder Autoren vor, die mit H. P. Lovecraft in in Beziehung stehen. Das neuste Buch widmet sich einem Autoren, der eines der vielen Vorbilder Lovecrafts war: Arthur Machen. Machens Geschichte "The White People" wurde von Lovecraft als die zweitbeste Geschichte der Unheimlichen Phantastik bezeichnet, die je geschrieben wurde (nach "The Willows" von Algernon Blackwood). Mit "The Bowmen" hat es Machen sogar fertig gebracht eine Legende zu erschaffen, die mit den Unwahrheiten vergleichbar ist, die über das Necronomicon erzählt werden. Auch heute noch trifft man immer wieder Leute, die steif und fest behaupten, das Necronomicon wäre ein reales Buch. In Wirklichkeit ist es aber natürlich eine Erfindung Lovecrafts, der sich mit seinem Essay über die Geschichte des Buches ein wenig über die Verbreitung dieser falschen Tatsache lustig machte.

"The Bowmen" erzählt von geisterhaften Bogenschützen, die einigen Soldaten das Leben retten. Sehr schnell mutierte die Geschichte zu der Legende der "Engel von Mons", die schließlich sogar von Kirchenvertretern und Wissenschaftlern als wahr angenommen wurde. Unter http://www.aftermathww1.com/bowmen.asp kann man die Geschichte lesen, einschließlich der Erklärung, die Machen über das Phänomen abgibt. Die Erklärung wurde als Vorwort zu der Geschichte in einer späteren Auflage abgedruckt. Sowohl "The Bowmen" als auch "The White People" erscheinen allerdings erst im zweiten und letzten Band der Machen-Sammlung.

Der vorliegende Band enthält neben drei kürzeren Geschichten ein längeres Werk Machens, nämlich das namensgebende "The Three Imposters; or, The Transmutations", das weit über die Hälfte des Buches ausmacht. Im eigentlichen Sinne dreht sich "The Three Imposters" um eine Verschwörung. Mr. Dyson, eine Figur, die Machen öfter verwendet, wird im Laufe der Geschichte immer wieder von Personen kontaktiert, die ihm von ihren Problemen erzählen. Jedes Mal - mal mehr mal weniger im Mittelpunkt der Probleme - taucht dabei ein Mann mit einer Brille auf, der von Dysons Gesprächspartnern aus unterschiedlichen Gründen gesucht wird.

Die innerhalb der eigentlichen Handlung erzählten Geschichten sind jede für sich genommen eigenständig und wurden aus diesem Grund auch schon des öfteren für Anthologien "ausgekoppelt" und ohne die Rahmenhandlung erzählt.

Machen greift gern das Thema der gefährlichen und für den Menschen unverständlichen Natur auf. Ein Beispiel dafür sind die "Kleinen Leute". Diese Wesen gehören eigentlich in die keltischen Sagenwelt und sind heute hauptsächlich als Feen und Kobolde bekannt. In Machens Werk allerdings sind sie Personifizierungen einer gefährlichen Natur, die sich gegen den Menschen und seine Technik wendet. "The Great God Pan" (erste Geschichte der vorliegenden Sammlung) und andere Erzählungen behandeln dieses Thema ausführlich.

Die Geschichten Machens sind sicherlich nichts für die Actionfreunde der Horrorleser. Allerdings greifen diese Horrorfans ohnehin selten zu älterer Literatur, dennoch sei hier sicherheitshalber darauf hingewiesen. Wenn man sich das vorliegende Buch zur Hand nimmt, sollte man statt dessen subtile Handlungen, oft aus zweiter oder dritter Hand erfahren, erwarten. Inhaltlich - besonders die Andeutungen auf unnatürlichen Sex, die immer wieder einen Fokus bilden - erscheinen die Geschichten dem modernen Leser sicher nicht so schockierend wie dem damaligen Leser, aber viele von Machens Themen sind auch heute noch ungewöhnlich, und die Sprache ist faszinierend. Für mich vermittelt eine gute Geschichte ein Stimmungsbild, das auch bleibt, lange nachdem man das Lesen beendet hat. Machen ist ein Meister im Vermitteln solcher Bilder, wie er besonders mit relativ kurzen Anekdoten wie "The Novel of the Dark Valley" beweist.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch S. T. Joshis Vorwort (er ist auch für die Zusammenstellung der Sammlung verantwortlich), das einen guten Überblick über Machens Werk gibt und den neugierigen Leser einige wichtige Hintergründe vermittelt.

Fazit: The Three Imposters and Other Stories ist ein eine gute Sammlung unheimlicher Geschichten, die den hohen Standards, die die Cthulhu Fiction bisher setzte, absolut gerecht wird. Machen schreibt subtilen Grusel, der auch nach dem Lesen noch erhalten bleibt. Allerdings werden die Geschichten heute sicherlich niemandem mehr Angst machen. "The Bowmen" kann als Beispiel unter den oben angegebenen Adresse gefunden werden. Wer sich noch ein wenig mehr informieren will, bevor er beschließt das Buch zu kaufen, kann dies unter http://www.machensoc.demon.co.uk tun. Diese Internetseite ist zwar optisch nicht sonderlich ansprechend, enthält aber eine Menge interessanter Informationen über Machen und sein Werk. Außerdem sind hier zwei weitere sehr kurze Geschichten von dem Waliser zu finden. Vier von fünf Sternen.