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Rezensionen

Fate

Fate (“Fantastic Adventures in Tabletop Entertainment”) nimmt das Grundprinzip von Fudge und baut daraus ein eigenständiges Universalrollenspiel. Auch bei Fate gibt es fast immer mehrere Möglichkeiten, um etwas zu handhaben und auch hier gibt es keine feste Fertigkeitsliste (obwohl die Beispiele ausführlicher und strukturierter sind als bei Fudge). Doch obwohl es auch ein Baukasten ist, bietet es doch dem Leser mehr Substanz als Fudge selbst. Dafür ist es natürlich auch spezieller.

Grundprinzip von Fate sind die sogenannten Aspects, die mehr oder weniger die normalen Attribute ersetzen. Die Charaktererschaffung erfolgt über Lebensabschnitte. Der Spielleiter legt fest, wie viele Lebensabschnitte jeder Charakter durchlebt hat und was sie ungefähr repräsentieren (vielleicht Kindheit, Ausbildung, ... oder einfach „ein Abschnitt entspricht 8 Jahren“). Jeder Spieler legt für jeden Abschnitt einen Aspect fest. Aspects können alles sein: Adjektive wie „schnell“ oder „faul“, Bezeichnungen wie „Raufbold“ oder sogar Berufe; sie können positiv oder negativ sein. Außerdem kann jeder Spieler pro Abschnitt vier zum jeweiligen Aspect passende Fertigkeiten um eine Stufe (von einer gewissen Grundstufe aus, die vorher festgelegt wird) steigern.

Die Aspects können im Spiel unter anderem dazu eingesetzt werden, um einen Würfelwurf noch einmal zu würfeln. Somit sind können auch negative Eigenschaften positiv im Spiel eingesetzt werden. Du bist schwerhörig? Toll. Wenn dich jemand mit Magie kontrollieren will, dann kannst du den Verteidigungswurf mit Hilfe dieser Eigenschaft noch einmal würfeln, wenn es sein muss.

Ein Problem vom normalen Fudge – nämlich, dass die Attribute zu wenig Einfluss auf das Spiel haben – wird somit umgangen. Außerdem sind die Spieler gezwungen sich kreativ mit den Eigenschaften ihres Charakters auseinanderzusetzen, wenn sie sie einsetzen wollen.

Fate gibt viele Optionen für die Charaktererschaffung und ein mehrseitiges Beispiel. Außerdem wird der Einsatz der Aspects ausführlich erklärt und mit Optionen versehen.

Für den Kampf gibt es jeweils mehrere Optionen für die Handhabung von Angriffen (Wie wird attackiert und wie wird pariert?), für die Handhabung von Waffen und Rüstungen (Schaden und Schutz) und für die Handhabung von Zeit (wie viele Würfelwürfe werden in einem Kampf überhaupt gemacht). Alle Optionen beleuchten die Fudgeregeln aus einem mehr oder weniger veränderten Blickwinkel und lösen vielleicht das eine oder andere Problem, das jemand mit den Fudgeregeln haben könnte. Hier sollte jedenfalls für jeden etwas dabei sein.

Die Autoren von Fate haben zum Glück erkannt, dass Magie immer etwas Besonderes sein sollte und dass ein universelles Magiesystem ziemlich unbefriedigend ist. Und so stellen sie gleich acht verschiedene Magiesysteme vor, aus denen man sich das passende aussuchen kann. Das reicht von Magie, die auf Zauberlisten aus anderen Rollenspielen zurückgreift über Elementarmagie bis hin zu übernatürlichen Kampfkünsten. Die beiden Autoren ziehen alle Register. Wer bisher keine Idee hatte, wie ein gutes Magiesystem unter Fudge aussehen könnte, der sollte es nach der Lektüre der Seiten dieses Kapitels wissen.

Es gibt noch viele andere Kleinigkeiten in dem 84-seitigen Heft. Fertigkeitslisten und alternative Würfelmethoden sind nur zwei davon.

Fate kann als pdf-Datei unter http://www.faterpg.com heruntergeladen werden, ist mit wenigen Bildern und übersichtlichem Layout versehen und sollte einen Download allemal wert sein.

Fate ist ein wirklich ausgezeichnetes Universalsystem. Wenn man das Grundprinzip von Fudge mag, sich aber ein wenig allein gelassen fühlt zwischen den vielen Optionen, dann sollte man einen Blick auf Fate werfen. Und wenn man noch nie etwas von Fudge gehört hat, sollte man es sich erst recht einmal angucken.