Pages from the Book of Eibon
Home | Abenteuer | Artikel | Rezensionen | Links | | Schwarze Erinnerungen | Kontakt | Disclaimer

Cthulhu abseits
historische Settings | SciFi-Settings | andere Rollenspiel-Settings | Verschiedenes | Gedrucktes

Rezensionen

Delta Green: Denied to the Enemy

Denied to the Enemy ist der zweite Delta-Green-Roman. Geschrieben wurde er von Zeichner und Autor Dennis Detwiller.

Der Roman spielt im zweiten Weltkrieg. Er handelt davon, wie Delta Green versucht zu verhindern, dass eine große Macht in die Hände der Karotechia fällt.

Detwiller war schon immer Fan der Karotechia und allem, was mit WWII zu tun hat. Er ist u.a. Mitautor des Rollenspiels Godlike, in dem Superhelden auf WWII treffen. Er kennt sich mit der Geschichte, den politischen Gegebenheiten und der Technik sehr gut aus, und die geschichtlichen Daten von Godlike (so zumindest habe ich gelesen) sollen unglaublich ausführlich und genau sein. Mein Ding wäre das nicht. Aber andere Menschen haben andere Sichtweisen.

Ziel des Wettlaufs zwischen Karotechia und Delta Green im Roman ist das legendäre Reich Thule. Die Karotechia hat Beweise für seine Existenz, und Delta Green muss natürlich dafür sorgen, dass diese Quelle der Macht nicht in falsche Hände gerät.

Die Geschichte beginnt mit dem Karotechia-Mitglied Bruning, der bei der Durchsuchung einer Büchersammlung Hinweise auf Thule findet. Er wird später nach Frankreich abkommandiert, wo erfolgreich Kontakt zu den Tiefen Wesen aufgenommen wurde, und soll bei den Verhandlungen mit den Monstern helfen. Doch Bruning hat ein viel größeres Problem als die Fischmonster: Er weiß von Thule und ist damit leider nicht allein. Sollte dieses Wissen von den falschen Personen genutzt werden, hätte das wahrscheinlich furchtbare Folgen. Und so beschließt er trotz des großen Risikos mit seinen gesammelten Akten überzulaufen.

Ab hier übernimmt Delta Green.

Detwiller schreibt mit großer Wortgewalt. Kaum ein Satz, der nicht mit bildhaften Beschreibungen vollgestopft ist. Auf diese Weise wird die Geschichte sehr emotional, was auch die wenigen Szenen interessant macht, die vorausschaubar oder einfach nicht so spektakulär sind. Die Geschichte selbst entspinnt sich mit einigen Wendungen und Überraschungen und kann mit reichlich Action aufwarten. Langweilig ist die Reise durch die Welt jedenfalls nie.

WWII als Unterhaltung. Wem diese Idee nicht zusagt, sollte einen Bogen um den Roman machen, auch wenn Naziverbrechen und die Schrecken des Krieges zum Glück weit seltener Thema sind, als zu befürchten war. Es ist halt doch alles ziemlich irreal, wenn Tiefe Wesen und andere Mythos-Kreaturen in der Gegend herumlaufen – egal vor welchem Hintergrund.

Der Roman ist spannend und gut geschrieben, auf jeden Fall eine gute Erweiterung des Delta-Green-Universums. Eine Kaufempfehlung werde ich allerdings nicht aussprechen – das muss jeder für sich selbst entscheiden.

[ Delta Green: Denied to the Enemy von Dennis Detwiller, Armitage House, Sprache: Englisch, Taschenbuch, ca. 260 Seiten, $ 15,95 ]